Pädagogisches Konzept der Mittagsbetreuung Hainschule e.V.

Die Mittagsbetreuung Hainschule e. V. (Mibet) bietet Kindern nach dem Unterricht die Möglichkeit, ihre Schule als Lebensraum zu begreifen. Sie ist ein Ort, an dem nicht nur Schulpflicht besteht, sondern es entstehen hier auch neue Spielräume für die individuelle und gemeinschaftliche Entwicklung.

Für berufstätige Eltern bietet die Mibet die Möglichkeit, auch mit Beginn der Schulpflicht ihres Kindes die Berufstätigkeit fortsetzen zu können. Sie ist somit ein wichtiger Faktor zur gesellschaftlichen und sozialen Integration von Menschen mit Kindern im Arbeitsleben.

1. Pädagogische Zielsetzung

Wir bieten den Kindern in der Mibet eine offene Betreuung an, die jedoch auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder abgestimmt wird. Die Mibet ist ein Lebensraum, in dem die Kinder nicht nur beaufsichtigt werden, sondern in dem sie in der Gruppe ihre Eigenständigkeit und ihr Selbstvertrauen ausbauen und vor allem soziale Erfahrungen sammeln können.

Die gemeinsame Zeit in der Mibet ist nicht in erster Linie arbeitsbetont, sondern es stehen Entspannung, Erholung, Freispiel und Kommunikation im Vordergrund. Die Kinder sollen sich wohl und geborgen fühlen.

a) Gewährung von Eigenständigkeit heißt,

  • dass Kinder mit ihren Bedürfnissen, Ansichten und Gefühlen ernst genommen und respektiert werden,
  • dass die Kinder Unterstützung und Hilfe erfahren, wenn sie sie brauchen, gleichzeitig soll ihre Entscheidungsfähigkeit und Selbstverantwortlichkeit gestärkt werden,
  • dass den Kindern Möglichkeiten eröffnet werden, um eigene Erfahrungen zu sammeln,
  • dass den Kindern prinzipiell gesprächs-und kompromissbereit begegnet wird.

b) Sozialverhalten

Für das Miteinander in der Gemeinschaft ist es erforderlich, entwicklungs-angemessene Regeln zu vereinbaren und Grenzen zu setzen, die mit den übergeordneten Erziehungszielen in Einklang stehen. Grenzen und Regeln sollten aus den Bedürfnissen der Gruppe abgeleitet und für die Kinder nachvollziehbar sein.

Konflikte mit und zwischen den Kindern werden mit Hilfe der BetreuerInnen konstruktiv und moderierend ausgetragen. Wenn es sich jedoch um inakzeptables Kindverhalten handelt, ist es die Aufgabe der BetreuerInnen, diesem Verhalten Einhalt zu gebieten – einerseits unter Anerkennung der kindlichen „Eigenwilligkeit“, anderseits aber auch mit der erforderlichen Klarheit. Meist sollte ein „Regelüberschreiter“ dann selbst Angebote des „Wiedergutmachens“ vorschlagen – dieses bietet die Möglichkeit im Gespräch zu bleiben, sich an der Lösungssuche zu beteiligen und echte Entschuldigungen im Rahmen der individuellen Möglichkeiten vorzubringen.

2. Gruppensituation

In die Mittagsbetreuung Hainschule e. V. werden ca. 90 Kinder aufgenommen, welche am Schuljahresbeginn in mehrere Gruppen aufgeteilt werden – mit je einer zuständigen Betreuerin. Für das gemeinsame Mittagessen und weitere Aktivitäten am Nachmittag stehen weitere BetreuerInnen zur Verfügung.

3. Ablauf der Mittagsbetreuung

Der Beginn der Betreuungszeiten variiert ja nach Schulschluss der einzelnen Klassen zwischen 11:20 und 13:00 Uhr. Der weitere Tagesablauf wird sowohl in verbindlichen Bezugsgruppen als auch in offenen Neigungsgruppen organisiert.

Nach Unterrichtsende suchen die einzelnen Kinder zunächst ihre feste Gruppe auf und melden sich bei der entsprechenden BetreuerIn an.

In der Mittagszeit wird altersgemäß in vier nacheinander folgenden Gruppen ein gemeinsames Essen in der Küche der Hainschule eingenommen.

Nach dem Essen gehen die Kinder mit den zuständigen BetreuerInnen zu den Klassenräumen, um gemeinsam die Hausaufgaben zu erledigen. Nach maximal einer Stunde können die Kinder in die Freispielzeit gehen oder andere pädagogische Angebote wahrnehmen.

a) feste Bezugsgruppen – Die Kinder haben feste BetreuerInnen und AnsprechpartnerInnen. Gerade für die jüngeren Kinder in der 1. und 2. Klasse sind diese festen Bindungen wichtig.

b) Neigungsgruppen – Die verbleibende Zeit bietet den Kindern die Möglichkeit, sich nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen, ggf. unter Begleitung durch die BetreuerIn zu beschäftigen. Dies hat den Vorteil, dass klassen- und altersübergreifende Freundschaften gepflegt werden können.

c) Hausaufgaben – Täglich wird auch eine Hausaufgabenbetreuung angeboten. DieseBetreuung darf nicht als Nachhilfe verstanden werden. Die jeweilige BetreuerIn steht lediglich für Fragen der Kinder zur Verfügung. Die inhaltliche Verantwortung für die Hausaufgaben (Richtigkeit und Vollständigkeit) verbleibt bei den Kindern und deren Eltern.

d) Lern-und Förderangebot – Zusätzlich gibt es das Angebot dieSprechfertigkeit, Sprachgeschicklichkeit und Sprachförderung spielerisch zu üben und zu trainieren(z.B. durch Sprech-, Wortspiele, kurze Sketche, Stehgreifspiele etc.).

e) Sport-und Bewegungsangebot – Insbesondere kann die Turnhalle 3 bis 4mal pro Woche für bewegungsorientierte Spielangebote genutzt werden.

f) Musisch –Kreatives Angebot – Die Kinder haben bei uns in der und um die Hainschule herum viele Möglichkeiten sich kreativ zu beschäftigen.Sie können frei oder angeleitet z.B.basteln, malen, gestalten, singen, tanzen, lesen, Lager bauen, Recyclingmaterial verarbeiten, die Natur erkunden, kochen und backen.

g) Gruppenübergreifende Aktionen – Am Jahreskreis orientieren sich auch Aktionen, die möglichst mit allen Kindern gemeinsam durchgeführt werden sollten. Das stärkt das Wir-Gefühl und die Verantwortung für die Gemeinschaft. So werden gemeinsam Feste undAusflüge in die nähere Umgebung organisiert.

4. Betreuungspersonal

In der Mibet arbeitet vor allem pädagogisches Fachpersonal (LehrerInnen, LehramtsanwärterInnen, ErzieherInnen, KinderpflegerInnen, etc.).In Teilbereichen kann die Betreuung von anderen pädagogisch geeigneten Personen übernommen werden, die über eine entsprechende Erfahrung in Erziehungs- und Jugendarbeit verfügen.

Von unseren BetreuerInnen wünschen wir uns u.a. Freude ander Lebhaftigkeit der Kinder. Sie sollten auch in Stress-und Lärmsituationen belastbar sein. Eine Identifikation mit den pädagogischen Zielsetzungen der Mibet sowie die Vereinbarung mit einem partnerschaftlichen Erziehungsprinzip, das auf dem Prinzip der Gleichwürdigkeit basiert, sind unabdingbar.

Der Trägerverein erwartet und unterstützt die Bereitschaft der BetreuerInnen an Fort-und Weiterbildungen teilzunehmen.

5. Eltern

Die Eltern, die die Mibet in Anspruch nehmen, sind Mitglied im Verein Mittagsbetreuung Hainschule e.V.

Neben den regulären Buchungszeiten sind individuelle Absprachen bezüglich einer früheren Abholzeit mit den jeweiligen GruppenbetreuerInnen möglich. Da es sich bei der Mibet um eine soziale Einrichtung handelt, ist seitens der Elternschaft zu bedenken, dass es für die Kinder nützlich ist, regelmäßig in die gemeinsamen Aktivitäten eingebunden zu bleiben, um von den gruppendynamischen Erfahrungen zu profitieren.

6. Kontakte

a) mit der Schulleitung und den LehrerInnen – Die Schulleitung wird vom Vorstand der Mibet regelmäßig über außerordentliche Vorhaben, gemeinschaftliche Planungen oder Anschaffungen und sonstige Belange informiert.

Für die tägliche Kommunikation ist die Teamleitung zuständig.

Bei speziellen Hausaufgabenproblemen spricht die jeweilige BetreuerIn mit der betreffenden Lehrkraft und mit den Eltern.

b) mit den Eltern – Tägliche Benachrichtigungen sind beiderseitig über das sog. Kontaktheft eines jeden Kindes möglich. Ansonsten sind während der Betreuungszeit (11:20 Uhr bis 16:30 Uhr) in Notfällen die jeweiligen BetreuerInnen über Mobiltelefon zu erreichen. Bei Bedarf oder auf Wunsch der Eltern führen die BetreuerInnen auch Elterngespräche.

c) mit dem Vorstand und der Teamleitung – Als Bindeglied zwischen den Belangen des Betreuerteams und den Beschlüssen der Vorstandschaft fungiert die Teamleitung, welche neben vermittelnden Tätigkeiten in Konfliktsituationen auch für das Qualitätsmanagement innerhalb der Mibet im Sinne einer kontinuierlichen Team- und Personalentwicklung zuständig ist.

Im Falle besonderer Vorkommisse innerhalb der Betreuungszeiten ist die Teamleitung seitens der BetreuerInnen umgehend zu informieren.

7. Verpflegung

Täglich besteht für alle Kinder die Möglichkeit, nach Unterrichtsschluss an einem gemeinsamen Essen in der Küche der Hainschule teilzunehmen. Hier können entweder selbst mitgebrachte Brotzeiten verzehrt werden oder einwarmes Mittagessen bestellt werden. Mineralwasser wird für alle Kinder kostenfrei bereit gestellt.

8. Räumliche Ausstattung

In Absprache mit der Schulleitung kann die Mibet derzeit verschiedene Gruppenräume, einen Küchen-Speiseraum, sowie –nach Schulschluss –den Pausenhof mit zwei Bauwägen und den angrenzenden Grünflächen mit Fußballfeld, drei entsprechende Klassenzimmer für die Hausaufgabenbetreuung, den Werkraum und an 3 bis 4 Tagen die Turnhalle für bewegungsorientierte Spielangebote nutzen.